Grefrath

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In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Beschäftigtenzahl in Grefrath stark gesunken, die Kaufkraft hingegen ist auf einem guten Niveau, und die Unternehmen bewerten ihren Standort insgesamt als durchschnittlich. Das sind wesentliche Erkenntnisse einer Analyse des Wirtschaftsstandorts Grefrath der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. Deren Herzstück ist eine breit angelegte Unternehmensumfrage. Die Unternehmer sind zwar kritischer als an anderen Standorten in der Region. Es gibt jedoch auch Achtungserfolge.

Wirtschaftsstruktur ähnlich wie im Land

Insgesamt ähnelt die grobe Wirtschaftsstruktur Grefraths der Wirtschaftsstruktur von NRW. Das zeigen die Daten aus der amtlichen Statistik, die die IHK ausgewertet hat. Grefrath ist weiterhin ein Standort des produzierenden Gewerbes. 28 Prozent der Beschäftigten finden einen Job in diesem Wirtschaftszweig – trotz des starken Beschäftigungsrückgangs in den vergangenen 20 Jahren. In der Industrie sind alleine in den vergangenen zehn Jahren die Beschäftigtenzahlen um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Die Beschäftigtenzahl insgesamt ist seit 1998 in Grefrath um 41 Prozent zurückgegangen. In keiner anderen Kommune der Region ist sie anteilsmäßig so stark gesunken. Damit wird deutlich, vor welchen Herausforderungen der Standort aufgrund von Werksschließungen und Verkleinerungen ehemals leistungsfähiger Betriebe steht.

Grefrath: Standort mit hoher Kaufkraft

Ein weiterer wichtiger Baustein der IHK-Analyse ist ein interkommunaler Standortvergleich. Vergleicht man Grefrath mit Kommunen ähnlicher Größe, dann wird deutlich, dass der Standort bei Indikatoren wie der Kaufkraft und den Kassenkrediten auf relativ gute Werte, bei der Beschäftigungsentwicklung und der Steuereinnahmekraft auf relativ schwache Werte kommt. Die Beschäftigungsentwicklung und die geringe Steuereinnahmekraft sind mitunter auf die gleiche Ursache – die Insolvenz wichtiger steuerstarker Unternehmen – zurückzuführen.

Durchschnittsnote 2,3 (auf einer Vierer-Skala)

Die Resultate aus der Umfrage bei den Grefrather Unternehmen konnten auch mit den Ergebnissen einer Umfrage aus dem Jahr 2005 und den Werten anderer IHK-Umfragen verglichen werden. Auf einer Vierer-Skala erhält der Standort von den Grefrather Unternehmen die Durchschnittsnote 2,30. Damit erhält die Gemeinde eine etwas schlechtere Bewertung als die in den vergangenen Jahren analysierten Standorte im Durchschnitt.

Unternehmer schätzen die Verkehrsanbindung

Die Unternehmer schätzen die Verkehrsanbindung, und auch die Bewertung der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, wozu unter anderem die Verfügbarkeit von schnellem Internet und ein störungsfreies Mobilfunknetz gehören, ist auf einem akzeptablen Niveau. Gut bewertet werden auch die Fachhochschulen in der Region. Die Innenstadt erhält eine ambivalente Bewertung. Wichtig für Ortszentren ist die Erreichbarkeit. Während das Thema „Parkplätze“ (Gebühren und Verfügbarkeit) gut bewertet wird, kritisieren die Unternehmer insbesondere den Zustand des innerstädtischen Straßennetzes.

Kritik am Standortimage

Das Standort-Image wird kritischer gesehen. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass wichtige Unternehmen nicht mehr da sind. Auch die kommunalen Kosten und Leistungen werden von den Unternehmen kritisiert. Der Gewerbesteuerhebesatz ist der dritthöchste aller kreisangehörigen Kommunen am Mittleren Niederrhein. Bei den kommunalen Leistungen hofft die IHK, dass die Neuorganisation der Wirtschaftsförderung mittelfristig Früchte trägt und die Ergebnisse verbessert. „